Thesaurierende vs. Ausschüttende ETFs (2026): Vorabpauschale & Steuervergleich
Quantitative Analyse des Zinseszinseffekts bei automatischer Wiederanlage gegenüber Ausschüttungen und Vorabpauschale.
- Kernkonzept: Die Wahl zwischen thesaurierenden (wiederanlegenden) und ausschüttenden ETFs bestimmt, ob Dividenden automatisch im Sondervermögen verbleiben oder bar auf das Verrechnungskonto fließen.
- Warum es wichtig ist: Ausschüttungen lösen Abgeltungsteuer aus, wenn der Sparer-Pauschbetrag erschöpft ist. Thesaurierer stunden Steuern, unterliegen jedoch der Vorabpauschale nach dem Investmentsteuergesetz.
Funktionsweise: Automatische Wiederanlage vs. Barausschüttung
Thesaurierende ETFs (Acc) reinvestieren alle Dividendenerträge direkt im Fonds, wodurch der Anteilspreis steigt. Ausschüttende ETFs (Dist) überweisen Dividenden auf das Verrechnungskonto, wo sie versteuert werden müssen.
In der Ansparphase ist der ungestörte Zinseszins der wichtigste Hebel. Berechnen Sie Ihr Endkapital in unserem Zinseszins-Rechner:
- Thesaurierer: Voller Zinseszins ohne manuellen Aufwand und ohne Wiederanlagegebühren.
- Ausschütter: Regelmäßige Liquidität, erfordert jedoch Disziplin beim Reinvestieren.
Die Vorabpauschale in Deutschland: Funktionsweise nach dem InvStG
Das Investmentsteuergesetz besteuert auch Thesaurierer jährlich über die Vorabpauschale. Diese basiert auf dem Basiszins der Bundesbank und besteuert einen fiktiven Mindestertrag, sofern der ETF im Kalenderjahr Kursgewinne erzielt hat.
Die Vorabpauschale verhindert ein unendliches Steuerstunden in Deutschland, fällt aber bei niedrigen Zinsen moderat aus.
Die 1.000 € Steuerstrategie: Den Sparer-Pauschbetrag optimal nutzen
Nutzen Sie in den ersten Jahren ausschüttende ETFs, bis die jährlichen Dividenden exakt den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (2.000 € für Verheiratete) erreichen. Wechseln Sie danach für alle weiteren Sparraten auf Thesaurierer.
Das ist die mathematisch optimale Strategie für deutsche Privatanleger, um Freibeträge nicht ungenutzt verfallen zu lassen.
30-Jahre Simulationsvergleich: 300 € Monatsrate Acc vs. Dist
Bei 300 €/Monat über 25 Jahre (7 % Kursgewinn, 2 % Dividende): Der Thesaurierer erreicht 243.600 €. Der Ausschütter mit Wiederanlage nach Steuern bringt 214.800 €. Der Thesaurierer spart 28.800 € an Zinseszinsverlust ein.
Vergleichsrechnung über 25 Jahre Ansparzeit:
| ETF-Gattung | Ertragsverwendung | Steuerlast Ansparphase | Endvermögen |
|---|---|---|---|
| Thesaurierend (Acc) | Automatisch reinvestiert | Gering (Vorabpauschale) | 243.600 € |
| Ausschüttend (Dist) | Auszahlung auf Konto | Abgeltungsteuer auf Dividenden | 214.800 € |
Fazit: Für wen eignet sich welcher ETF-Typ?
Ausschütter sind ideal für Einsteiger zur Ausnutzung des Freibetrags und für Ruheständler. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind Thesaurierer die überlegene Wahl.
Thesaurierer sparen Zeit, Steuern und Transaktionskosten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Woran erkenne ich einen thesaurierenden ETF?
Am Namenszusatz "Acc", "Thesaurierend" oder "C" im Factsheet.
Fällt die Vorabpauschale auch bei fallenden Kursen an?
Nein. Hat der ETF im Kalenderjahr einen Kursverlust erlitten, entfällt die Vorabpauschale komplett.
Wie hoch ist der Sparer-Pauschbetrag 2026?
1.000 € für Alleinstehende und 2.000 € für zusammenveranlagte Ehepaare.
Gilt die 30 % Teilfreistellung auch für Thesaurierer?
Ja, Aktien-ETFs erhalten bei der Vorabpauschale und beim Verkauf 30 % Teilfreistellung.
Muss man Vorabpauschale zahlen, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt?
Nein, die Vorabpauschale wird vorrangig mit dem Freistellungsauftrag verrechnet.
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